Entjungferung.. kein großes Tara sondern gleich rein ins Selbstmitleid.
Vier (4!) Vorstellungsgespräche und heute die vierte Absage?!? Was ist los? Bin ich so scheiße oder hab ich einfach nur „Pech“? Und wieso bekommt man NIE eine ehrliche Antwort woran es lag. Immer der selbe Mist, nur bedeutungsloses Bla Bla… wir haben uns für einen anderen Kandidaten entschieden… Bla Bla… Viel Glück Bla Bla. Bullshit. Ist es so schwer jemandem ehrlich zu sagen warums nicht geklappt hat? Was ist das für eine (Berufs)Welt in der man nicht einmal ein offenes Gespräch führen kann… jeder denkt nur an seinen eigenen Vorteil, niemand gibt zuviel von sich preis. Distanz gehört scheinbar „zum guten Ton“.
Dieser Ton klingt aber nicht. Dieser Ton ist nicht mehr als Fahrstuhlmusik. Im Grunde ist der Ton so wie Beine… am Arsch! (thx Curse für diesen Seitenhieb). Ich merke schon, ich brauche für diesen Blog ein Parantel Advisory für Explicit Lyrics. Deutliche Texte. Aber darum gehts doch in einem Blog oder nicht?
Ich will die Wahrheit sagen. Warum? Vielleicht weil so viele andere es nicht schaffen dir in die Augen zu sehen und zu sagen was sie wirklich denken. Die Hälfte der Welt dreht sich um Bla Bla. Was für eine Verschwendung.
„So viele Worte fallen so sinnlos wie Soldaten, drum hasse ich es zu reden ohne wirklich was zu sagen.“ – Blumentopf
Ja Musik verfolgt mich.. oder verfolge ich sie? Liebend gern – Musik, meine erste Liebe. Aber zurück zur Fahrstuhlmusik. Eine Stelle war genau das Richtige. Dort wollte ich wirklich arbeiten. Traurig genug das man sich auf Stellen bewerben muss wo man sich gar nicht sicher ist ob man da überhaupt arbeiten will.
So viele Stellen von denen ich weiß das ich dort nicht arbeiten will fliegen sowieso schon raus – bin ich zu anspruchsvoll? Hm, ist es zu anspruchsvoll 8 Stunden seines Tages oder mehr, fünf Tage die Woche nicht verschwenden zu wollen? Jahre lang?
Aber was ist mit dem Geld? Ja – Geld. Das Totschlagargument. Aber ist so mancher auf dem Weg zum Geld nicht schon umgekommen? Nein, nicht bei einem Banküberfall – da hat sich wenigstens noch jemand aufgerafft und versucht seinen Weg zu gehen. Nein, ich meine diese atmenden Leichen. Verwesen während sie noch im Stau stehen.. auf dem Weg zur Arbeit. Nicht alle sind schon tot aber manchmal glaube ich einige haben sich zumindest schon aufgegeben.
Habe ich zu große Ideale? Bin ich ein hoffnungsloser Träumer? Ich sage – ich will einfach nur Leben. Das schließt Arbeit nicht aus, keineswegs. Aber ich brauche eine Aufgabe, etwas das für mich ganz persönlich einfach Sinn macht (und nebenbei ein paar Cent zum Leben abwirft).
Mich kann man nicht einfach nur verheizen. Ich bin nicht einfach nur eine Resource, neben Maschinen und Geld, so wie es der fleischgewordene BWL’er gerne sieht. (Kein Angriff an die ganzen BWL Studenten die einfach nicht wissen was sie sonst tun sollen – ich kenn das. Ich meine die, die ihre Mitarbeiter wirklich so betrachten…)
Jetzt aber endgültig zurück zur Vorstellungsodyssee. Dort wo ich wirklich arbeiten wollte wurde ich sogar zweimal zu einem Gespräch eingeladen. Erst mit Team- und Personalleiter geredet, dann mit den Kollegen. Alles war cool, ich dachte man hat sich verstanden. Ich war ehrlich – ich wollte diesen Job weil es genau das war was ich jetzt gebraucht hätte. Und ich hab alles dafür gegeben. Wen interessierts? Niemand. Angeblich standen zuletzt nur noch zwei andere Bewerber neben mir zur Wahl. Sie haben sich für einen anderen Kandidaten entschieden… ihr kennt das, Bla Bla. Und was passiert? Ihre erste Wahl springt ab. *lach* Aber meldet sich jemand bei der „zweiten oder dritten Wahl“? Fehlanzeige, lieber neu ausgeschrieben!?! Feelsreal (mein „Pseudonym“ hier, wie es so schön heißt) denkt sich – (na)gut, das ist eine zweite Chance. Also lege ich nochmal einen drauf, meine zweite Bewerbung ist wirklich der Burner (für alle die mit meinem Slang nichts anfangen können: sie war einfach top!). Telefonische Anfragen geben nur das übliche zu Tage… na? Genau: Bla Bla. Aber hey, meine zweite Bewerbung ist einfach nicht „ignorierbar“… und sie kennen mich ja schon. Haben mich schon zweimal eingeladen, sowas macht man nicht wenn man gar kein Interesse hat. Aber so schlau wie ich manchmal vielleicht tue.. das habe ich nicht verstanden: bei der zweiten Bewerbung keine einzige Rückmeldung. Irgendwann wirds mir zu bunt und ich Frage nochmal am Telefon höflich nach… dachte, ja klar, ok, sie war im Urlaub – da dauerts ein bisschen länger die Stapel abzuarbeiten, läuft sicher noch… und dann holt einen die Realität wieder ein: „Tut mir leid, wir machen gerade den Vertrag für einen anderen Kandidaten fertig.“ – Stille – Aha. Ohne Deckung triffts dich immer am härtesten.
Zu perplex um am Telefon nachzuhaken. Aber ich hab nicht soviel Zeit und Mühe investiert um mit einem beschissenen Bla Bla abgespeist zu werden. Wenn sie mich nicht wollen sollen mir wenigstens sagen warum. Aber aus der Personalerin werde ich nicht viel rausbekommen – sie wirkte nett, aber manch fleischgewordene BWL’er tut das auch. Also schreibe ich dem Teamleiter eine E-Mail. Er wirkte sympathisch und ich habe ihn wirklich als sozialen und ehrlichen Menschen eingeschätzt. In der Mail werde ich etwas direkter – ich akzeptiere die Entscheidung und wünsche dem neuen Mitarbeiter viel Glück im Team – aber hätte gerne eine ehrliche Antwort woran es lag. Schließlisch könnte ich mich dann auch bei anderen, zukünftigen Bewerbungen verbessern.. aber hauptsächlich wollte ich es einfach für mich wissen.
Was zurückkommt macht die Geschichte komplett. Reines Bla Bla! Kann das sein? Hab ich mich so in ihm getäuscht? Meine Bewerbung wäre gut gewesen, aber sie haben sich für jemanden entschieden „der/die noch besser“ zu ihnen passt. Wieder ein: Aha. Eigentlich klang das Ding so als sei es von der Personalerin diktiert worden. Ja, vielleicht durfte er einfach nichts konkretes schreiben. Vielleicht ist er eben auch nur ein Arschloch der nicht den Anstand hat zu sagen was Sache ist. Aber das glaube ich nicht. Eigentlich spielt es auch keine Rolle. Ich hab den Job nicht, abhaken und nach vorne sehen. Ja, leichter gesagt als getan, vor allem wenn es dieser Job ist, den man wirklich machen will.
Schon in der ersten Stellenanzeige stand: Frauen werden bei ähnlicher Qualifikation bevorzugt. Tja, sie müssen also ihre Fraunquote erhöhen. Klar das könnte auch der Grund gewesen sein und wer schreibt das schon gerne einem abgelehnten Bewerber, wenn das wirklich der einzige Grund war? Aber vielleicht haben sie wirklich jemanden gefunden der noch mehr drauf hat, der noch sympathischer gewirkt hat und „noch besser zu ihnen passt“. Was bringts, alle Spekulationen sind sinnlos.
Diese Stelle hatte ich mittlerweile wirklich so gut wie abgehakt. Heute kam die Absage zu einer anderen Stelle, bei der ich mich auch persönlich vorgestellt habe. Es war die zweite Stelle die ich mir wirklich hätte vorstellen können. Es war nicht so perfekt wie die obige, es wäre eine Herausforderung gewesen, aber es hätte mich weitergebracht und ich denke es wäre eindeutig gut für mich gewesen. Und dann holt einen so eine Absage doch wieder ein… egal wie sehr man im Vorfeld versucht sich nicht mehr derart reinzusteigern und auch vermeidet schon mit dem Gedanken zu spielen wie es ist wenn man dort arbeitet. Es ist trotzdem enttäuschend.
Wie man sich vielleicht denken kann wachsen solche Jobs die ich gerne machen möchte nicht auf Bäumen. Es gibt sie nicht wie Sand am Meer – stattdessen bekommt man Sand ins Getriebe. Und in der Sanduhr rieselt es unaufhaltsam weiter. Aber noch gebe ich nicht auf. Und derweil schickt man eben Bewerbungen in Richtung Jobs bei denen man sich gar nicht so sicher ist – und vielleicht findet man auch wieder eine Stelle die es in dir wirklich kribbeln lässt. Und dann? Same shit, different day? Hoffentlich nicht.
greetings
Euer Taugenichts – it fuckin‘ feels real
Und nicht vergessen: ehrlich macht sexy!
Ps: während ich das hier geschrieben habe sind mir schon 3 Lieder eingefallen die einen Teil hiervon sehr gut einfangen. Ich belasse es mal beim ersten:
Pal One – Wie
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